Was passiert bei der Kehlkopfoperation

Keine wissenschaftliche Anhandlung

Jetzt ist es also endgültig! Der Kehlkopf muss raus. Der Patient hat eine dermaßen heisere Stimme, hat Schluck- und Essbeschwerden - Folgen eines Karzinom am Kehlkopf.

Auch der Pathologe, der vorab schon eine Probe untersucht hatte, bestätigte die Feststellung. Nach den üblichen Voruntersuchungen steht der Termin der Operation fest.

Der Operateur wird während der Operation noch entscheiden, ob der Kehlkopf völlig entfernt werden muss oder ob die Entfernung eines Teiles des Kehlkopfes ausreichend ist. Meist gleichzeitig werden noch rechts- und linksseitig befallene Lymphgefäße mit entfernt.

Durch das Entfernen des Kehlkopfes sind die Luft- und die Speiseröhre am oberen Ende völlig getrennt. Die Funktionen des Kehlkopfes: Speisen und Getränke in die Speiseröhre
und Luft in die Luftröhre zu schicken, können jetzt nicht mehr ausgeführt werden.

Deshalb bindet der Operateur die Luftröhre direkt an den Hals an. Das verleiht den Kehlkopflosen den Beinamen: Halsatmer. Durch eine Öffnung (das Stoma) kann der Patient jetzt wieder atmen.

Die Speiseröhre näht der Operateur direkt an den Zungenschlund an, sodass eine problemlose Aufnahme von Speisen und Getränken wieder möglich ist.

Damit der Patient sich in Zukunft wieder verständigen kann, sind drei Möglichkeiten der Stimmrehabilitation möglich:

1.
Der Patient erlernt die Rülpsstimme, auch Ructusstimme oder klassisch: die Oesophagusstimme (Speiseröhrenstimme ) genannt.

Durch Bewegungen der Zunge und des Unterkiefers wird die in der Mundhöhle befindliche Luft zurückverlagert und gelangt dann in den oberen Speiseröhrenbereich, gelangt in Gegenrichtung wieder heraus und versetzt den Speise- Röhreneingang in Schwingungen. Dort befinden sich noch Reste von Stimmlippen, die dann die Bildung stimmhafter Laute übernehmen. Diese Rehabilitation übernimmt entweder eine Logopädin oder aber in unserem Mittwochs-Kreis wird den Patienten diese Möglichkeit des Sprechens gelehrt


Schema des Sprechens mit
Speisenröhren-
stimme

2.
Dem Patient wird eine sogenanntes Shunt-Ventil zwischen Luft- und Speiseröhre eingesetzt.

Durch leichtes Verschliessen des Stomas mit dem Finger oder durch sogenannte Sprechventile wird die Luft in den Mund- und Rachenraum gepresst. Auf diese Weise wird die Stimme erzeugt, die sehr gut verständlich ist

Schema des Sprechens mit
Stimmprothese


3.
Der Patient spricht mit apparativer Hilfe: ein elektronischer Stimmverstärker wird an den Hals angelegt.

Dieses Gerät überträgt Schwingungen auf Rachen- und Mundhöhle, wodurch dann stimmhafte Lautbildungen möglich sind.

Welche Möglichkeit des Sprechens für welchen Patient möglich ist, wird vor der Operation mit den Ärzten besprochen. Auch wir von unserer Selbsthilfegruppe zeigen den Patienten, wie das nach der Operation aussieht, wie man mit einer Ersatzstimme ganz gut weiterleben kann, denn: wir haben uns für das Leben entschieden.