Wie entsteht Kehlkopfkrebs

Über die Entstehung des Kehlkopfkrebs ist viel gesagt und geschrieben worden. Man ist der Meinung, dass überhöhter Nikotingenuss durch Zigaretten-, Zigarren- und Pfeife-Rauchen zusammen mit Alkoholgenuss jeglicher Art die Verursacher sein sollen. Diese Meinung ist nicht auszuschließen, aber wir von der Selbsthilfegruppe der Kehlkopflosen sind anderer Ansicht. Wir glauben natürlich an die schädlichen Auswirkungen von Alkohol- und Nikotingenuss und sagen, dass es nicht unbedingt gesundheitlich fördernd ist, in gemäßigter Form zu rauchen und zu trinken; denn wir wollen nicht gleich negativ abgestempelt sein:

"Ach ja - der hat Kehlkopfkrebs, der hat ja auch in seinem Leben nur geraucht und getrunken"!

Nein - mit diesem Vorurteil soll uns niemand begegnen. In unseren Selbsthilfegruppen sind Mitglieder, die niemals in ihrem Leben geraucht oder getrunken haben, es sind aber auch Mitglieder aus den verschiedensten Berufsgruppen; so z.B. aus dem Schreinerhandwerk. Diese Patienten sind vor ihrer Operation mit stark ätzenden Flüssigkeiten umgegangen, die zu Kehlkopfkrebs geführt haben. Diese Tatsachen sind durch die Anerkennung der Berufsunfähigkeit bestätigt worden.

Welcher Erreger letztendlich zu dieser Krebsart geführt hat, lässt uns nicht von der Tatsache des Kehlkopfkrebses abbringen und auch nicht von unserer Arbeit, diesen chronisch kranken Patienten ein weiteres bejahendes, frohes und glückliches Leben zu bereiten.

Die Deutsche Krebshilfe hat den Slogan:
Dem Leben zu Liebe.

Wir haben uns für das Leben entschieden, wir wollen die Schönheiten dieses Lebens weiterhin genießen. Wir werden dieses bewusster tun. Jeden Tag, den wir neu erleben, nutzen wir. Alles um uns herum hat einen neuen Sinn ergeben; aber erst mussten wir den Krebs erleben, um festzustellen, welche Schönheiten das Leben uns bietet. Ohne Kehlkopf erleben wir das Leben völlig neu.

Wir sind anders geworden:

Einige sind von ihren Partnern verlassen worden: er ist ein Krüppel, mit dem ich nichts zu tun haben will. Wir sind stigmatisiert, aber wir wollen leben. Dafür haben wir uns entschieden.

Andere werden von ihren ehemaligen Berufskollegen oder derzeitigen Nachbarn gemieden: man kann sich nicht mehr mit uns unterhalten, so meinen sie.

Wir aber arbeiten in unserer Selbsthilfegruppe daran, wieder kommunizieren zu können.

Wir wollen mit allen Leuten uns unterhalten, Ihnen unsere verschiedenen Möglichkeiten der Kommunikation zeigen:

1.
Unsere neu erlernte Ersatzsprache: die Oesophagussprache (Speiseröhrenstimme) oder auch Ructus- oder Rülpssprache genannt

2.
Oder das perfekte Umgehen mit dem elektronischen Sprachverstärker

3.
Oder das Sprechen mit dem Stimmventil - dem Shunt-Ventil.